Jusos fordern: Kreis-SPD soll Schwerpunkt auf soziale Berufe legen

„Wir wollen mehr soziale Gerechtigkeit! Das hören wir oft, wenn wir über die Zukunft unseres Landes und die Zukunft unserer Partei reden. Doch wie sollen wir soziale Gerechtigkeit erreichen, wenn uns die Menschen, die in den sozialen Berufen arbeiten und eben genau für diese Gerechtigkeit Tag für Tag arbeiten, davonlaufen?“, fragt Daniel Kober, Vorsitzender der Jusos im Rhein-Kreis Neuss.

Der Hintergrund: Pflegekräfte, Erzieher*innen, Physiotherapeut*innen und viele weitere Berufsgruppen schlagen Alarm! Ihre Stimmen werden immer lauter, wie Juso-Mitglied Karina Kroos weiß, die selbst eine Ausbildung zur Ergotherapeutin absolviert_ „Schlechte Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen, kostenpflichtige Ausbildungen und Fortbildungen sind keine guten Voraussetzungen, um Versorgungsengpässe durch den steigenden Fachkräftemangel zu kompensieren. Die Liste der betroffenen Berufe und deren Probleme sind lang Für Karina Kroos ist zudem klar: „Diese Liste wird noch länger, wenn wir Initiativen wie ’Pflege am Boden’ und ‚Therapeuten am Limit’ weiter überhören.“

Deshalb wollen die Jusos im Rhein-Kreis-Neuss ihre Stimme dazu nutzen und dem Thema die nötige Aufmerksamkeit verschaffen. „Mit der Hoffnung, dass wir gemeinsam laut genug sind, um in Berlin gehört zu werden“, so Kober.

Deshalb stellen die Kreis-Jusos auf dem nächsten Kreisparteitag am 30. Juni 2018 einen Antrag unter dem Titel „Fokus auf sozialen Berufe legen – vom RKN bis nach Berlin“, um einen Beitrag für eine Verbesserung der Menschen in sozialen Berufen zu erreichen.

Initiativantrag: Fokus auf soziale Berufe legen – vom RKN bis nach Berlin

Wir fordern mehr Aufmerksamkeit für die Probleme der sozialen Berufe durch den Parteivorstand der SPD im Rhein-Kreis Neuss, zum Beispiel durch die Organisation von Diskussionsrunden und daraus resultierenden Anträgen für die Landes- und Bundesparteitage der SPD. Um eine Schwerpunktarbeit zu diesem Thema zu ermöglichen und den Aufbau von Netzwerken zu fördern, wird der Parteivorstand der Kreis-SPD zudem damit beauftragt, die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokrat*innen im Gesundheitswesen (ASG) in der Regio Linker Niederrhein stärker zu unterstützen.

Begründung:

Eine immer älter werdende Gesellschaft beansprucht das Gesundheitssystem und die ambulante, wie auch stationäre Pflege im immer größeren Umfang. Dagegen mangelt es vor allem auf den ländlicheren Gebieten an Ärzten und Heilmittelerbringern in Praxen (dazu gehören Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Podologen, Masseure und Diätassistenten), aber auch an Pflegepersonal in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Trotz des hohen Bedarfs wandern viele junge Menschen aus diesen Berufen ab. Die Folge ist ein stetig wachsender Fachkräftemangel, der auch den Rhein-Kreis Neuss betrifft (über 528 offene Stellen alleine im Rhein-Kreis Neuss, Stand: 13. Juni 2018, Quelle: Agentur für Arbeit – Jobsuche). Der gesamte Gesundheitssektor bekommt dies zu spüren: Die Arztpraxen werden voller, Hausbesuche können nicht mehr durchgeführt werden, die Wartezeiten für Rehabilitationsmaßnahmen werden länger und das Fachpersonal hat immer weniger Zeit für den individuellen Menschen, mit seinen individuellen Problemen.

Um eine soziale und solidarische Gesellschaft verwirklichen zu können, wie wir dies als SPD im Zuge der Erneuerung anstreben, ist es notwendig, den Blick verstärkt auf die sozialen Berufe zu legen, mit dem Ziel, bessere Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer*innen und einen verdienten und lohnenswerten Lebensabend für die Betroffenen zu ermöglichen.

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